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2004 feierte die Getreidemühle Knecht zwei Jubiläen: Die Mühle wurde 150 Jahre alt und ist seit 50 Jahren Demeter-Mühle. Gute Gründe, um in der Geschichte zu kramen: Am 13. März 1854 erwarb Heinrich Franz Knecht aus Wenigumstadt die Mühle in Eisenbach. Die direkt an der Mömling gelegene Mühle wurde bereits 1274 erstmals urkundlich erwähnt. 1896 baute Heinrich Franz Knecht seinen Betrieb zur damals fortschrittlichen Walzenmühle mit Getreidewäscherei um und führte als einer der ersten seiner Zukunft das Steinmetz-Müllerei-System ein.

Johann Knecht, der Enkel von Heinrich Franz, übernahm 1926 die Mühle von seinem Vater Alois. Trotz seines großen Einsatzes für den eigenen Betrieb fand Johann Knecht noch Zeit für Verbandsarbeit und die Lokalpolitik. 1927 brachte er den Strom nach Eisenbach. Angetrieben von der Kraft der Mömling lieferte eine Turbine elektrische Energie. Die reichte seinerzeit nicht nur für die Mühle, sondern auch noch für die ganze Gemeinde Eisenbach. 1998 wurden die Turbine und die Schaltanlage modernisiert. Denn die Mühle Knecht erzeugt noch heute umweltfreundlichen regenerativen Strom aus Wasserkraft und speist ihn ins Netz des regionalen Stromversorgers ein.

Die Müllerfamilie Knecht und ihre Mühle hatten in den vergangenen 150 Jahren einige Schicksalsschläge durchzustehen. einer davon war ein Großbrand 1946. Er vernichtete große Teile der Mühle und alle Getreidevorräte. Das in den Sechzigerjahren beginnende Mühlensterben überstanden die Knechts, weil sie sich schon früh dafür entschieden, hochwertige Spezial- und Nischenprodukte herzustellen und dabei flexibel auf die Wünsche der Kunden einzugehen. Im frühen Beitritt zum Demeter-Bund manifestiert sich diese Erkenntnis. Die Tatsache, dass in der Mühle Knecht schon seit 1954 Demeter-Produkte hergestellt werden, macht die sie zur ältesten Demeter-Mehl-Mühle Deutschlands.

1961 erhielt die Mühle ein neues Gesicht: Mit dem Siloneubau und einer Erweiterung 1974 erhöhte sich die Lagerkapazität auf 2700 Tonnen Getreide. 1988 trat die Getreidemühle Knecht dem Bioland Verband bei. 1990 schloss der Betrieb eine Vertragspartnerschaft mit der Firma Schnitzer. Seit 2000 lenken Roselinde und Josef Knecht, die beide das Müllerhandwerk erlernten, die Geschicke der Mühle. In den vergangenen Jahren modernisierten sie ihren Maschinenpark und machte die Mühle fit für die Zukunft.